Bürgergutachten

Die evangelische Kirche in Düsseldorf steht in einem umfassenden Transformationsprozess. Gesellschaftliche Veränderungen stellen uns vor Herausforderungen, die wir bisher nicht kannten. Darum wollen wir mit Bürgerinnen und Bürgern über Stadt- und Kirchenentwicklung sprechen.

Was ist ein Bürgergutachten?

Das Bürgergutachten ist ein Verfahren des Instituts für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal. Es gibt Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Meinung zur Kirche zu äußern und ihre Lebenserfahrung konstruktiv in zukünftige Entscheidungsprozesse einzubringen. Das Ergebnis des Bürgergutachtens sind Erkenntnisse darüber, wie es weitergehen kann mit Stadt und Kirche – und zwar aus der bürgerschaftlichen Perspektive.

Durch das Team des IDPF werden nach dem Zufallsprinzip insgesamt 200 Menschen aus Düsseldorf für die Befragung ausgewählt. Unter den Teilnehmenden sind gleichermaßen Personen, die der Evangelischen Kirche angehören, und die aus der Bürgerschaft kommen. Es sind 200 Menschen, die den Querschnitt durch die Bevölkerung abbilden. Stellvertretend für unsere Stadt geben sie uns Antwort auf die Frage: Wieviel Kirche braucht die Stadt?

Wie wird das Bürgergutachten durchgeführt?

Die ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich in Gruppen zu je 25 Personen in sogenannten „Planungszellen“ intensiv mit Themen und Aufgabenbieten der Evangelischen Kirche in der Landeshauptstadt. Eine Planungszelle findet an vier aufeinanderfolgenden Tagen statt. In unterschiedlichen Modulen werden die Teilnehmenden vorbeireitet und zu einzelnen Themen befragt.

Es geht zum Beispiel um Religionsgeschichte und interkulturelles Leben in Düsseldorf, um kirchliche Arbeitsfelder, Angebote und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Diskussionen finden im moderierten Austausch statt – ergänzt durch Exkursionen und Dialoge mit VertreterInnen von Stadt und Kirche. Das Bürgergutachten ist ein intensiver Erfahrungsraum, der jeden Blickwinkel zulässt und in dem sich Fragestellungen entwickeln können. Ein Ort, der den Austausch über gemeinsame Anliegen fördert und in dem unverkrampft mit KirchenvertreterInnen über kirchliche Themen und Perspektiven gesprochen wird.

Wann finden die Planungszellen statt?

Die ersten vier Planungszellen werden Mitte April durchgeführt. An dieser ersten Phase sind primär Personengruppen der Bürgerschaft beteiligt. Anschließend erfolgt die Auswertung der Ergebnisse und die Fragen für die zweite werden Phase geschärft. Im August finden vier weitere Planungszellen statt, in diese insbesondere Kirchenmitglieder einbezogen werden.

Ein besonderer Akzent liegt auf der Beteiligung von jungen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern: in zwei der acht Planungszellen diskutieren ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene über Zukunftsfragen von Kirche und Stadt. Der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf stellt die Ergebnisse am Reformationstag, 31. Oktober 2020, der Öffentlichkeit vor.